Berlin, 20.05.2010
Tarifempfehlung der Bauarbeitgeber:
Höhere tarifliche Eingruppierung für Bachelor von Fachhochschulen mit Regelstudienzeit von sieben Semestern
Für Master von Fachhochschulen Einzelfallprüfung
„Die deutschen Bachelor- und Master-Hochschulabschlüsse im Bauingenieurwesen sind nicht mehr automatisch vergleichbar. Wir müssen uns als Arbeitgeber darauf einstellen.“ Mit diesen Worten kommentierte heute Professor Manfred Nußbaumer, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), am Rande des „Tages der Deutschen Bauindustrie“ in Berlin die Veröffentlichung einer Tarifempfehlung der Arbeitgeberverbände des Baugewerbes zur Eingruppierung von Angestellten mit Bachelor- oder Master-Abschluss (FH). Darin empfehlen die Bauarbeitgeber ihren Mitgliedsunternehmen, ab sofort Studienabsolventen, die ihren Bachelor an einer Fachhochschule mit einer Regelstudienzeit von sieben Semestern erworben haben, eine Gehaltsstufe höher einzugruppieren, als dies die Tarifverträge bisher vorsehen. Für den auf diesen Bachelor aufbauenden Master an Fachhochschulen empfehlen die Bau-Arbeitgeber eine Einzelfallprüfung, ob eine Einstufung in einen höheren Tarif möglich ist.
„Im Jahr 2007 haben wir erstmals den Bachelor und Master in unsere Tarifverträge aufgenommen. Damals hatten wir den Eindruck, dass es zu einer Niveausenkung gegenüber dem traditionellen Diplom-Abschluss kommen könnte. Viele Fachhochschulen haben aber inzwischen gegengesteuert. Dem wollen wir Rechnung tragen“, erklärte Nußbaumer, der auch Vorsitzender des Präsidialausschusses Bauingenieurausbildung des HDB ist. Im Übrigen sei für die Eingruppierung der Angestellten nicht in erster Linie die Berufsausbildung oder der Berufsabschluss maßgeblich, sondern die ausgeübte Tätigkeit, der Grad der Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit.
„Qualitätsmaßstab für die tarifliche Eingruppierung sind für uns nach wie vor die gemeinsam mit den Hochschulen erarbeiteten ASBau-Standards für die Akkreditierung und Qualitätssicherung zeitgemäßer Studiengänge des Bauingenieurwesens an deutschen Hochschulen“, erläuterte Nußbaumer. „Qualität braucht Zeit, und so setzen wir auf eine breite, fundierte Bauingenieurausbildung, die sowohl den beruflichen Herausforderungen als auch den Studierenden gerecht wird. Schließlich müssen Bauingenieurinnen und Bauingenieure auf dieser Grundlage 40 Jahre Berufsleben meistern.“
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